Preisentwicklung – Aufpreisliste für bearbeiteten Betonstahl (Januar 2022)

Sehr geehrte Kunden, werte Geschäftspartner,

ein Jahr mit vielen Herausforderungen liegt hinter uns! Ein Jahr mit großen Herausforderungen liegt vor uns!
Unsere Biegebetriebe bei Sülzle Stahlpartner haben ein schwieriges Jahr hinter sich gebracht. Explodierende und
vor allem immer weiter steigende Stahlpreise haben das gesamte Jahr entscheidend geprägt und negativ
beeinflusst.
Nicht nur die Altaufträge aus 2020 mit den extrem niedrigen Verkaufspreisen haben die Wirtschaftlichkeit geprägt, sondern auch alle Aufträge, welche in der steigenden Phase gebucht wurden, sind durch ständig weiter steigende Preise ebenfalls nicht mehr auskömmlich. Die erhoffte Preisreduzierung auf ein bisher übliches Marktniveau ist ausgeblieben. Auch zum Jahresende waren die Stahlpreise auf einem sehr hohen Niveau.
Nun rollt eine weitere Kostenwelle auf uns zu, sichtbar und dokumentiert in nicht mehr für möglich gehaltenen Inflationsraten. Jeder Bürger bekommt dies hautnah zu spüren. Besonders die explodierenden Energiepreise machen uns Sorgen. Dies könnte dazu führen, dass die Stahlwerke, durch diese Kosten getrieben, die Preise in 2022 weiter anheben müssen. Einzelne Werke berichten, dass sich der Kalkulationsansatz für am Spotmarkt aktuell bezogene Energie versechsfacht hat. Die hohen Schrottpreise und erhöhten Preise für wichtige Zuschlagsstoffe treiben die Kostenseite ebenfalls nach oben.
Eine Entspannung oder sogar Entlastung für die Biegebetriebe ist somit in 2022 sehr unwahrscheinlich. Ganz im Gegenteil könnte es passieren, dass auch aktuelle Aufträge durch steigende Stahlpreise beeinflusst werden. Zumal durch die Abschottungspolitik der EU (Schutzzölle) auch kein wesentlicher Drittlandsimport möglich ist.

Aber auch die eigenen Kosten steigen überproportional und Ressourcen in allen Bereichen sind knapp:

  • Die Logistikkosten werden durch die Energiepreise, durch steigende Löhne und nicht vorhandene Fahrer und Transportkapazitäten gepusht.
  • Fachkräftemangel und hohe Inflation führt zu deutlich höheren Lohnkosten.
  • Die Ausfälle aufgrund der Corona-Pandemie durch Krankheit und teilweise Long-Covid-Effekt dürfen
    nicht unterschätzt werden.
  • Auch bei unserer Produktion spielen die höheren Stromkosten eine wichtige Rolle und verändern die
    Kalkulationsansätze in Zukunft massiv.

Aufgrund der aufgeführten Punkte, die nur exemplarisch und nicht vollständig sind, müssen wir unsere Kalkulationsansätze deutlich verändern.
Als Orientierung für Sie, als unsere Kunden und Baupartner, können Sie folgende Faustformel anwenden:
Zwischen dem Einkauf des Stahls und der Lieferung der fertigen Bewehrung auf die Baustelle muss mindestens eine Differenz von 200,-€/t liegen, um auf der neuen Kostenbasis wirtschaftlich nachhaltig arbeiten zu können. Bei mittleren und kleinen Projekten ist dieser Ansatz entsprechend höher.
Wir bei Sülzle Stahlpartner streben eine aufwandsgerechte Vergütung an und arbeiten daher mit unserer Zuschlagspreisliste, welche unseren Angeboten beigefügt ist und zur Folge hat, dass Sie dann nur Zuschläge bezahlen, wenn diese auch anfallen und nicht in einem Pauschalpreis abgebildet werden.
In unserer neu überarbeiteten Preisliste haben wir nun auch die durchmesserbezogenen Aufpreise für die Dimensionen 8, 10, 12 und 14 mm aufgeführt. Diese Durchmesser werden in modernen Biegebetrieben kosteneffizient mit Maschinen bearbeitet, welche Betonstahl vom Coil verwenden.
Die Hersteller verlangen für Betonstahl in Coils schon immer einen höheren Dimensionsaufpreis als beim Betonstahl-Stab. Durch die knappe Verfügbarkeit an Coils hat sich jedoch im letzten Jahr nun auch ein erhöhter Grundpreis in Höhe von ca. + 30,- bis 50,- €/t gegenüber dem Grundpreis Stab etabliert. Dies führt zu einer erheblichen Preissteigerung bei den oben genannten Durchmessern, welche wir daher auch anpassen müssen.
Eine sinnvolle Alternative zur Coilbearbeitung gibt es nicht, da die Ressource „qualifizierter Produktionsmitarbeiter“ knapp ist und noch knapper werden wird. Die Folge kann nur sein, dass die Automatisierung weiter stattfinden muss, was weitere Investitionen auslöst.
Generell bleibt festzustellen, dass sich unsere Branche in einem kompletten Umbruch befindet.

Unsichere Lieferketten, stark schwankende und steigende Rohstoffpreise, Fachkräftemangel in allen Bereichen, Logistik- und Transportprobleme, Importbeschränkungen durch EU-Schutz-Maßnahmen, explodierende Energiepreise und die Transformation zu einer CO2-neutralen Gesellschaft, verändern alle bisherigen Ansätze.

Auch in Zukunft möchten wir mit Ihnen gemeinsam Lösungen finden und werden uns allen Herausforderungen stellen. Vor allem im Bereich der langläufigen Projekte werden wir eine flexiblere Preisgestaltung vom Auftraggeber/Bauherrn, über den Bauunternehmer, hin zum Biegebetrieb benötigen. Die Festpreisbindungen müssen sich in diesen Projekten verkürzen, um in einer partnerschaftlichen Risiko- und Chancenverteilung gemeinsam die Leistung erbringen zu können.
Anbei finden Sie unsere neue Preisliste, welche wir bei neuen Angeboten und Aufträgen zur Anwendung bringen werden.
Ich wünsche Ihnen ein gutes und erfolgreiches, vor allem aber gesundes Jahr 2022, verbunden mit der Hoffnung, dass wir die Auswirkungen der Coronapandemie gemeinsam meistern können.

Es grüßt Sie freundlichst aus Rosenfeld

Heinrich Sülzle
Geschäftsführender Gesellschafter