Schraubverbindung
Ancon Kupplungssystem
Mechanische Stöße für Bewehrung mit und ohne Gewinde
Ancon von Leviat bietet zwei Kupplungssysteme zur kraftschlüssigen Verbindung von Betonstahl mit konischem Gewinde: Das gewindebasierte TT‑System und die schraubbaren MBT‑Kupplungen ohne Gewindeschneiden. Statt langer Übergreifungsstöße werden kurze Stabsegmente mechanisch gekoppelt, sodass sich große Bewehrungslängen aus handhabbaren Einzelstäben aufbauen lassen. Die Tragfähigkeit der Verbindung orientiert sich dabei nicht an der Betonfestigkeit an der Fuge, sondern am Bewehrungsstahl selbst – die Kupplungen sind so ausgelegt, dass sie mindestens die Zugfestigkeit bzw. Streckgrenze der zugehörigen Stäbe erreichen.
Typische Anwendungen
Einsatzgebiete – platzsparend und zuverlässig
Ancon Betonstahlkupplungen werden eingesetzt, wenn Übergreifungsstöße zu aufwendig, zu platzintensiv oder konstruktiv ungünstig sind. Typische Anwendungsfelder sind Verlängerungen von Stützen, Wand‑Decken‑ und Wand‑Balken‑Anschlüsse, Verbindungen zwischen Ortbeton und Fertigteilstützen sowie Schlitzwand‑ und Pfahlkorbbewehrungen.
Weitere typische Fälle:
- Verbindung von Betonfertigteilen mit definierten Stoßfugen.
- Reparatur und Austausch beschädigter oder korrodierter Bewehrungsstäbe, wenn nur kurze Übergreifungslängen zur Verfügung stehen.
Portolio
Standardsortiment
Das Ancon Portfolio deckt alle gängigen Anwendungsfälle mit zwei Systemfamilien ab: TT‑Gewindekupplungen und MBT‑Kupplungen ohne Gewinde. TT umfasst Standard‑, Positions‑ und Reduktionskupplungen, Anschlüsse an Stahlkonstruktionen (TTA), Anschweißmuffen (TTW) und kompakte Endverankerungen (TTH) für Betonstähle von 12 bis 40 mm. MBT oder auch Reperaturmuffe genannt, bietet schraubbare Standard‑ und Reduktionskupplungen sowie Endverankerungen, die ohne vorbereitete Gewinde auskommen und sich besonders für Sanierung, Bestandsanschlüsse und beengte Situationen eignen.
Vorteile
Die wichtigsten Vorzüge kompakt
- Hohe Tragfähigkeit: Verbindung auf Stabniveau, unabhängig von der lokalen Betonfestigkeit.
- Platzersparnis: Wenig Auflagefläche, keine Übergreifungsstöße, weniger Bewehrungsstaus in Knoten und Randbereichen.
- Einfache Kontrolle: Drehmoment‑ bzw. Scherbolzenkontrolle macht Montagefehler schnell sichtbar.
- Vielseitigkeit: Lösungen für Standardstöße, Reduktionen, Positionierung, Stahlanschlüsse und Endverankerungen in einem System.
Ausführung auf der Baustelle
TT‑Kupplungen werden im Biegebetrieb auf die Stäbe vormontiert und mit Nageltellern an der Schalung fixiert; auf der Baustelle wird nur noch der Anschlussstab eingeschraubt und mit definiertem Drehmoment angezogen. MBT‑Kupplungen benötigen keinerlei Vorbereitung der Stabenden: Die Verbindung erfolgt über Zahnleisten und Scherbolzen, deren Köpfe bei Erreichen des erforderlichen Drehmoments abscheren und so eine einfache Montagekontrolle ermöglichen. Für größere Durchmesser steht ein abgestimmter Elektro‑Schrauber zur Verfügung; Schlagschrauber sind ausdrücklich nicht zulässig.
Wirtschaftlichkeit
Der Verzicht auf lange Übergreifungsstöße reduziert den Stahlbedarf und die Bewehrungsdichte im Stoßbereich. Gleichzeitig sinkt der Aufwand auf der Baustelle: weniger Einlegearbeit, klar strukturierte Bewehrungsknoten und kürzere Taktzeiten bei Fertigteilen und Ortbeton.
Normen und Zulassungen
Ancon TT‑Kupplungen (z. B. TTS, TTP, TTT, TTA, TTW, TTH) verfügen über eine DIBt‑Zulassung (Z‑1.5‑179) für verschiedene Durchmesser sowie über internationale Nachweise wie CARES TA1‑B, KOMO und Prüfberichte der EMPA. MBT‑Kupplungen sind u. a. durch DIBt‑Zulassung Z‑1.5‑10, BBA‑Berichte und weitere europäische Zulassungen abgedeckt; Grundlage der Fertigung ist ein Qualitätsmanagement nach BS EN ISO 9001. In der Praxis können damit sowohl nationale als auch internationale Normanforderungen an mechanische Bewehrungsstöße erfüllt werden.

